{"id":1598,"date":"2019-06-28T12:26:14","date_gmt":"2019-06-28T12:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=1598"},"modified":"2019-11-23T13:19:36","modified_gmt":"2019-11-23T13:19:36","slug":"warum-das-pflanzen-neuer-baeume-zur-co2-kompensation-mit-vorsicht-zu-geniessen-ist-rettet-die-urwaelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1598","title":{"rendered":"Warum das Pflanzen neuer B\u00e4ume zur CO2 Kompensation mit Vorsicht zu genie\u00dfen ist \u2013 Rettet die Urw\u00e4lder!"},"content":{"rendered":"\n<p>Zur Kompensation von Flugreisen und anderer Klimas\u00fcnden wird h\u00e4ufig das&nbsp;<strong>Pflanzen neuer B\u00e4ume <\/strong>diskutiert. Auch der Weltklimarat hat darauf hingewiesen, dass zum Erreichen der Ziele des Klimavertrags von Paris nicht nur die CO<sub>2<\/sub> Emissionen sinken m\u00fcssen, sondern dass bis 2100 auch erhebliche Mengen an CO<sub>2<\/sub>, n\u00e4mlich 730 Milliarden Tonnen, aus der Atmosph\u00e4re entnommen werden m\u00fcssen. Eine Reihe verschiedener Staaten haben sich im Rahmen der&nbsp;<strong><a href=\"http:\/\/www.bonnchallenge.org\">Bonn Challenge<\/a><\/strong>  zur Aufforstung von Fl\u00e4chen verpflichtet. Was aber ist dabei alles zu beachten?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Baeume.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1601\" width=\"408\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Baeume.png 568w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Baeume-300x144.png 300w\" sizes=\"(max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Allseits bekannt ist die Tatsache, dass B\u00e4ume eine sehr wichtige Rolle bei der Klimaregulation einnehmen. F\u00fcr die eigene Photosynthese nehmen sie CO<sub>2<\/sub>  aus der Atmosph\u00e4re auf und nutzen den dabei gewonnenen Kohlenstoff f\u00fcr Ihr Wachstum und damit den Aufbau neuer Biomasse. Neben den Meeren stellen W\u00e4lder und ihre B\u00e4ume tats\u00e4chlich den wichtigsten CO<sub>2<\/sub>-F\u00e4nger dar, wodurch das Pflanzen neuer B\u00e4ume nat\u00fcrlich auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41559-016-0048 \">wissenschaftliche Studie<\/a>&nbsp;best\u00e4tigt diese Aussage. In dieser wurden Zusammensetzung und Artenvielfalt der W\u00e4lder, das Alter der B\u00e4ume sowie die Bodenbedingungen untersucht. Schlussendlich wurde die CO<sub>2<\/sub>-Aufnahme der W\u00e4lder und insbesondere die Schwankungen der Aufnahmen \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume analysiert. Dabei zeigte sich, dass jene W\u00e4lder, die besonders&nbsp;<strong>alte B\u00e4ume<\/strong>  und eine&nbsp;<strong>hohe Artenvielfalt<\/strong>  aufweisen, besonders zuverl\u00e4ssig CO<sub>2<\/sub>  aus der Atmosph\u00e4re aufnehmen und lange speichern k\u00f6nnen. Die Schwankungen in der CO<sub>2<\/sub>-Aufnahme zwischen den Jahren sind unter diesen Voraussetzungen am geringsten. Aber warum ist das so?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umso \u00e4lter die W\u00e4lder<\/strong>, desto besser sind die Lebensbedingungen f\u00fcr die B\u00e4ume. Die dickere Humusschicht und die bessere Beschattung des Bodens erm\u00f6glicht eine bessere Aufnahme und Speicherung von Wasser, so dass auch Trockenperioden besser ausgehalten werden k\u00f6nnen. Im Boden finden sich zudem viele unterschiedliche Mikroorgansimen. Weiterhin weisen alte W\u00e4lder ein gutes Wurzelwerk auf, das f\u00fcr die optimale Aufnahmen von N\u00e4hrstoffen und Wasser ideal ist. Junge W\u00e4lder haben schlechtere Lebensbedingungen und k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden gar absterben und dabei das gespeicherte CO<sub>2<\/sub> wieder freisetzen. Die&nbsp;<strong>Artenvielfalt <\/strong>verleiht diesen W\u00e4ldern Stabilit\u00e4t gegen\u00fcber externen Schwankungen wie Temperatur oder Trockenheit. Auch hat sich <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/355\/6321\/130.long\ufeff\">gezeigt<\/a>, dass schnell wachsende B\u00e4ume weniger CO<sub>2<\/sub> speichern als langsam wachsende B\u00e4ume, da die Dichte des Holzes geringer ist. Damit zeigt sich auch das Problem, das durch die massive Abholzung der (Ur-) Regenw\u00e4lder entsteht und dass der Erhalt der noch verbliebenen nat\u00fcrlichen W\u00e4lder von hoher Bedeutung ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir auf die bereits erw\u00e4hnte&nbsp;<strong><a href=\"http:\/\/www.bonnchallenge.org \">Bonn Challenge <\/a><\/strong>zur\u00fcck, die Selbstverpflichtung verschiedener Staaten, freie Fl\u00e4chen wieder aufzuforsten. Insgesamt haben sich dabei 43 Staaten verpflichtet, bis 2030 insgesamt 350 Mha Wald aufzuforsten. Doch was sind das f\u00fcr W\u00e4lder, die entstehen sollen? Hier setzt eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-019-01026-8\">Untersuchung<\/a> an, die im April 2019 ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Analyse zeigt, dass lediglich 34% der bisher ausgewiesenen Fl\u00e4chen als Mischw\u00e4lder bepflanzt werden sollen, so dass \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume (mindestens 70 Jahre) hoffentlich zumindest hier W\u00e4lder mit hoher Artenvielfalt entstehen. 45% der Fl\u00e4che sollen allerdings mit schnell wachsenden Monokulturen bepflanzt werden, die nach einer gewissen Zeit \u201eabgeerntet\u201c und dann erneut bepflanzt werden. Diesen Kulturen fehlt aufgrund der geringen Artenvielfalt wie oben besprochen die Resistenz gegen \u00e4u\u00dfere Belastungen. Als l\u00e4ngerfristigen CO<sub>2<\/sub>-F\u00e4nger dienen ebenfalls nicht, da bei der Ernte das eingefangene CO<sub>2<\/sub>  immer wieder freigesetzt wird. Der Rest der Fl\u00e4che (ca. 20%) wird ebenfalls in landwirtschaftlich genutzter Form aufgeforstet, z.B. mit Schatten-spendenden Pflanzen in Kaffeeplantagen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus ergeben sich einige Schlussfolgerungen. Der&nbsp;<strong>Schutz bestehender, nat\u00fcrlich gewachsener W\u00e4lder<\/strong>  sollte mit hoher Priorit\u00e4t verfolgt werden, um einerseits das dort gespeicherte CO<sub>2<\/sub>  nicht in die Atmosph\u00e4re zu entlassen und andererseits deren F\u00e4higkeit, CO<sub>2<\/sub>  aus der Atmosph\u00e4re zu entziehen, nicht zu gef\u00e4hrden. Was die tropischen Urw\u00e4lder mit unserem Lebenswandel zu tun haben, werden wir uns bei Gelegenheit in einem Folgebeitrag anschauen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit f\u00fcr uns:<\/strong>  Bei der Beteiligung an Baumpflanzprojekten &#8211; f\u00fcr z.B. die Kompensation der nicht vermeidbaren CO<sub>2<\/sub>-Emissionen &#8211; achten wir darauf, dass es sich bei den&nbsp;<strong>Neuanpflanzungen um Mischw\u00e4lder<\/strong>  handelt, die auf&nbsp;<strong>lange Zeit angelegt<\/strong>  sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Literatur findet sich <a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/umwelt-natur\/wald-auf-das-alter-kommt-es-an\/?fbclid=IwAR3k4W56luU7UWpzAVfkZNymAcL1StSFJ_aRKsiZ8_HRYNUax7yYi3EqxrI\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/nature07276\">hier<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Kompensation von Flugreisen und anderer Klimas\u00fcnden wird h\u00e4ufig das&nbsp;Pflanzen neuer B\u00e4ume diskutiert. 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