{"id":1745,"date":"2019-07-20T20:35:15","date_gmt":"2019-07-20T20:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=1745"},"modified":"2019-11-23T13:17:20","modified_gmt":"2019-11-23T13:17:20","slug":"bio-basierte-und-kompostierbare-kunststoffe-die-loesung-des-plastikproblems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1745","title":{"rendered":"Bio-basierte und kompostierbare Kunststoffe: Die L\u00f6sung des Plastikproblems?"},"content":{"rendered":"\n<p>Um das Plastikproblem in den Griff zu bekommen, f\u00fchren mehr und mehr Unternehmen&nbsp;<strong>biobasierte&nbsp;<\/strong>oder<strong>kompostierbare (bio-abbaubare) Kunststoffe<\/strong>  ein. Diese werden dem Verbraucher als \u201egr\u00fcne\u201c Alternative zu herk\u00f6mmlichen Plastikprodukten vorgestellt. Doch was steckt hinter diesen Kunststoffen und wie sieht deren&nbsp;<strong>Umweltbilanz<\/strong>  aus? Mit diesen Fragen wollen wir uns heute besch\u00e4ftigen&#8230;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bio_pastik-1024x536.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1754\" width=\"357\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bio_pastik-1024x536.png 1024w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bio_pastik-300x157.png 300w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bio_pastik-768x402.png 768w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/bio_pastik.png 1242w\" sizes=\"(max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal das wichtigste vorweg: Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Merkmale. Biobasiert bedeutet, dass die Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden. Kompostierbar bedeutet, dass die Kunststoffe biologisch abbaubar sind.&nbsp;&nbsp;Somit kann Plastik zwar bio-basiert sein, nicht aber unbedingt kompostierbar (und umgekehrt&#8230;).<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen wir nun mit unserer Betrachtung der&nbsp;<strong>biobasierten Kunststoffe<\/strong>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Kunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr oder Mais gewonnen. Dabei werden aus den genannten Pflanzen die chemischen Bausteine gewonnen, die f\u00fcr die Plastikherstellung ben\u00f6tigt werden. So k\u00f6nnen aus den pflanzlichen Rohstoffen letztlich Kunststoffe wie PET und PE hergestellt werden. Dieses Beispiel zeigt zugleich: Biobasierte Kunststoffe sind nicht zwingend abbaubar. Es gibt allerdings auch andere Materialien, die aus Pflanzen gewonnen werden und die auch als Verpackungsmaterial Verwendung finden. Beispiele f\u00fcr diese biobasierten Polymere sind St\u00e4rke, Cellophan, Cellulose, Viskose, Gelatine und Polymilchs\u00e4ure, die dann wiederum unter bestimmten Bedingungen kompostierbar sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da biobasierte Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, ergeben sich allerdings einige Probleme. Beispielweise&nbsp;<strong>konkurriert<\/strong>  deren Anbau mit der&nbsp;<strong>Lebensmittelherstellung<\/strong>. Mit steigender Nachfrage erh\u00f6ht sich demnach auch der Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr die Produktion f\u00fcr diese als Monokulturen angelegten Felder. Das Problem mit den Monokulturen haben wir bereits in einem vorherigen <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1598\">Bericht<\/a> er\u00f6rtert. In 2018 wurden weltweit insgesamt 2,11 Millionen Tonnen biobasierter Kunststoffe hergestellt. In Brasilien beispielweise unterst\u00fctzt der Trend zum biobasierten Kunststoff die&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1598\">Vernichtung der Tropenw\u00e4lder<\/a><\/strong>. Weiterhin werden in L\u00e4ndern au\u00dferhalb der EU viele&nbsp;<strong>Pestizide<\/strong>  eingesetzt, die nachweislich f\u00fcr Mensch und Tier wie Insekten sch\u00e4dlich sind. Alles in allem erh\u00f6ht dies den&nbsp;<strong>Schwund der Arten<\/strong>. Der enorme Preisdruck f\u00fchrt auch zu&nbsp;<strong>Niedrigl\u00f6hnen&nbsp;<\/strong>und Armut in den entsprechenden L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine L\u00f6sung f\u00fcr die Herstellung und Nutzung biobasierter Kunststoffe k\u00f6nnte darin bestehen, Abfallprodukte aus anderen Prozessen wie beispielsweise der Apfelsaftproduktion zu nutzen. Diese w\u00e4ren dann eventuell sogar f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/wisefood.de\">Verzehr<\/a> geeignet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir nun zu den&nbsp;<strong>kompostierbaren <\/strong>oder<strong> auch biologisch abbaubaren Kunststoffen<\/strong>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber nicht zwingenderweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, sondern k\u00f6nnen auch aus Erd\u00f6l hergestellt sein. Aber allen gemein ist, dass sie biologisch abbaubar sind. Im Optimalfall zerfallen sie dann komplett. F\u00fcr die Entsorgung dieser kompostierbaren Plastikabf\u00e4lle wird der Kompost oder die Biotonne angepriesen &#8211; vor allem f\u00fcr &#8222;kompostierbare&#8220; M\u00fclls\u00e4cke. Hier ist jedoch zu beachten, dass f\u00fcr die kompostierbaren Kunststoffe die Vorgabe gilt, dass 90% des Kunststoffs innerhalb von 12 Wochen bei hohen Temperaturen (60\u00b0C) abgebaut sein m\u00fcssen. In den meisten Kompostieranlagen wird jedoch mit sehr viel k\u00fcrzeren Zeitr\u00e4umen von ca. 4 Wochen gearbeitet. Dies bedeutet, dass die kompostierbaren Kunststoffe immer noch als Plastik die Kompostieranlage verlassen und dann z.B. zu <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1061\">Mikroplastik<\/a> auf den ausgebrachten Feldern zerfallen. Auch zeigt eine aktuelle <a href=\"https:\/\/pubs.acs.org\/doi\/10.1021\/acs.est.8b06984\">Studie<\/a>, dass kompostierbare Kunststoffe viel l\u00e4nger in der Umwelt verbleiben als von den Herstellern versprochen.&nbsp;Aus diesem Grund wird selbst die Verwendung kompostierbarer M\u00fclls\u00e4cke von vielen Entsorgungsbetrieben verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Werden biobasierte oder kompostierbare (bio-abbaubare) Kunststoffe im <strong>gelben Sack <\/strong>oder<strong> der gelben Tonne<\/strong>  entsorgt, werden diese aussortiert und zumeist verbrannt. Im schlechtesten Fall k\u00f6nnen sie nicht gut von anderen Plastiksorten getrennt werden, so dass auch \u201eguter\u201c Plastikm\u00fcll, der ansonsten recycelt werden k\u00f6nnte, nicht weiterverwendet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit f\u00fcr uns:<\/strong>  Wie bereits in unseren vorherigen Berichten unter der Rubrik &#8222;<a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?cat=2\">Plastik<\/a>&#8220; erl\u00e4utert, vermeiden wir wann und wo immer m\u00f6glich Plastik und suchen entweder verpackungsfreie Produkte oder nutzen wirklich umweltvertr\u00e4gliche Alternativen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/plastikatlas\">Plastikaltas<\/a> der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/2503\/dokumente\/uba_kurzposition_biokunststoffe.pdf\">Umweltbundesamt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um das Plastikproblem in den Griff zu bekommen, f\u00fchren mehr und mehr Unternehmen&nbsp;biobasierte&nbsp;oderkompostierbare (bio-abbaubare) Kunststoffe ein. 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