{"id":1958,"date":"2019-10-04T16:21:13","date_gmt":"2019-10-04T16:21:13","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=1958"},"modified":"2020-05-19T18:46:08","modified_gmt":"2020-05-19T18:46:08","slug":"wie-internet-smartphone-und-co-das-klima-belasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1958","title":{"rendered":"Wie Internet, Smartphone und Co das Klima belasten&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei der Betrachtung des pers\u00f6nlichen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks sticht der hohe Anteil des Konsums ins Auge, da dieser durchschnittlich mit mehr als <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=59\">4 t CO<\/a><sub><a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=59\">2<\/a><\/sub><a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=59\">&nbsp;im Jahr<\/a> zu Buche schl\u00e4gt. Einen signifikanten Anteil hat dabei die Nutzung des Internets. Daher haben wir recherchiert, welchen Beitrag diese T\u00e4tigkeit auf unseren pers\u00f6nlichen CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Konsum_Smartphone-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1964\" width=\"256\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Konsum_Smartphone-1.png 412w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Konsum_Smartphone-1-281x300.png 281w\" sizes=\"(max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Innerhalb der letzten zehn Jahre ist es zu einer drastischen \u00c4nderung unseres Kommunikationsverhaltens gekommen. Seit der Einf\u00fchrung des Smartphones mit dem ersten iPhone im Jahr 2007 ist dieses in den westlichen Industriegesellschaften aus dem t\u00e4glichen Leben nicht mehr wegzudenken. Wir benutzen es, um Informationen aus dem Internet zu bekommen, Fotos zu machen, Nachrichten zu verschicken, die n\u00e4chste Reise zu buchen oder es als Fahrkarte f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr vorzuzeigen. Dar\u00fcber hinaus verwenden wir das Smartphone zum Musikh\u00f6ren, Filme anzuschauen oder um Spiele zu spielen. Da immer h\u00e4ufiger die Daten f\u00fcr das H\u00f6ren von Musik oder das Betrachten von Videos von einem Server abgerufen werden (Streamen), fallen gerade bei diesen T\u00e4tigkeiten enorme Datenmengen an, wobei das Betreiben und das K\u00fchlen der Server sehr energieintensiv ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Alleine die Nutzung des Internets durch Smartphones und Computer verursacht&nbsp;<strong>knapp  4 %<\/strong>&nbsp;des globalen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes &#8211; Tendenz stark steigend, wie eine <a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">Studie<\/a> des Shift Projects feststellte. Im Vergleich dazu: der weltweite Flugverkehr macht etwa 2 % des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes aus, wobei dieser Wert hinsichtlich der Klimawirkung noch mit dem Faktor 2,7 multipliziert werden muss, da die Treibhausgase und andere klimawirksame Ver\u00e4nderungen beim Fliegen in gro\u00dfer H\u00f6he anfallen (wir hatten dar\u00fcber <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=339\">berichtet<\/a>). Anders ausgedr\u00fcckt: die Nutzung des Internets hat einen Beitrag zum Klimawandel, der mit dem Fliegen vergleichbar ist. Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion steht allerdings der Flugverkehr und nicht so sehr die Internetnutzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen hohen Anteil hat die Nutzung von&nbsp;<strong>Streaming Diensten<\/strong>, wobei insbesondere das Konsumieren hochaufl\u00f6sender Videos aufzuf\u00fchren sind, da die mit einem besonders hohen Datenvolumen verbunden ist. Namen von Firmen sein hier nicht genannt, aber jede Leserin und jeder Leser, die solche Dienste in Anspruch nimmt, wird diese leicht zuordnen k\u00f6nnen. Knapp&nbsp;<strong>70%<\/strong>&nbsp;des weltweiten Datenverkehrs geht auf diese <a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">Sparte<\/a> zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch unsere&nbsp;<strong>allt\u00e4gliche Kommunikation<\/strong>&nbsp;ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen. So schl\u00e4gt eine durchschnittliche E-Mail mit etwa 10 g CO<sub>2<\/sub>&nbsp;zu Buche. Ist der Text kurz und ist die E-Mail ohne Anh\u00e4nge, ist dieser Wert etwas kleiner; ist die E-Mail jedoch mit gro\u00dfen Anh\u00e4ngen versehen, so ist dieser Wert deutlich <a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/digital\/wissen\/852678578-4-gramm-co-jedes-mail-das-du-verschickst-waermt-die-erde-auf\">gr\u00f6\u00dfer<\/a>. \u00c4hnliches gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr das Versenden von Kurznachrichten \u00fcber entsprechende Messenger-Dienste. In allen F\u00e4llen kann dieser Vorgang in etwa so beschrieben werden: Ich verfasse eine Nachricht auf einem Computer (Desktop, Laptop, Smartphone) und sende die elektrische Nachricht an einen Empf\u00e4nger mit \u00e4hnlicher Ausr\u00fcstung, wobei zwischendurch eine oder mehrere Server involviert sind. Bei all diesen Vorg\u00e4ngen wird Energie ben\u00f6tigt und fallen in aller Regel Treibhausgase an. Schickt man eine Nachricht an viele Empf\u00e4nger (in z.B. Gruppen), dann ist der CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df nochmals gr\u00f6\u00dfer, da die Nachricht jeder Teilnehmer erh\u00e4lt.&nbsp;Wenn man nun <strong>pro Tag 100 Nachrichten <\/strong>versendet, so ist man mit<strong> 0,3 t CO<sub>2<\/sub>&nbsp;pro Jahr <\/strong>mit dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens ist auch das&nbsp;<strong>Speichern von Daten<\/strong>&nbsp;wie Fotos in einer Cloud entsprechend energieaufwendig. Wer alle seine Bilder vom Smartphone automatisch in einer Cloud speichert, um sie auch auf anderen Ger\u00e4ten zu betrachten, verbraucht pro Bild \u00e4hnlich viel Energie wie f\u00fcr eine E-Mail. \u00dcbrigens auch das reine Speichern von Daten ben\u00f6tigt bereits Strom und damit Energie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesen Zahlen l\u00e4sst sich schnell erschlie\u00dfen, dass eine gewisse Zur\u00fcckhaltung beim Internetkonsum oder Versenden von Nachrichten einen sofort messbaren Einfluss auf unseren CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck hat. Und mal ganz ehrlich: ist nicht ein Gro\u00dfteil unserer Kommunikation \u00fcber diese Medien eigentlich unn\u00f6tig?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesem Thema muss man auch noch einen weiteren Aspekt ber\u00fccksichtigen. So produziert alleine die Fertigung eines&nbsp;<strong>neuen Smartphones\/Tablets<\/strong>&nbsp;<strong>etwa <a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">0,1 t CO<\/a><sub><a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">2<\/a><\/sub><\/strong><a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">&nbsp;<\/a>. Das Vorgehen mancher Telekommunikationsfirmen, ihren Nutzern in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die Option anzubieten, bei gleichzeitiger Vertragsverl\u00e4ngerung ein neues Smartphone in Anspruch zu nehmen, erscheint daher unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mehr als zweifelhaft. Die Problematik der Rohstoffe f\u00fcr die Fertigung von Smartphones und Co sei hier nur erg\u00e4nzend erw\u00e4hnt. 60 verschiedene Rohstoffe aus aller Welt werden f\u00fcr die Fertigung eines Smartphones <a href=\"https:\/\/theshiftproject.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf\">ben\u00f6tigt<\/a> und \u00fcber lange Transportwege zu den Fertigungsst\u00e4tten gebracht. Ein Smartphone in einem deutschen Gesch\u00e4ft hat damit schon eine kleine Weltreise hinter sich. Und, wenn man dann noch bedenkt, dass ca. 100 Mio <a href=\"https:\/\/www.nachhaltigkeitsstrategie.de\/fileadmin\/Downloads\/N-Service\/publikationen\/GZW_nutzen_verwerten_2016_17_web.pdf\">Althandys<\/a> mit den wertvollen Rohstoffen in Deutschlands Haushalten im Regal liegen, dann ist das ganz sch\u00f6n bitter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unser Fazit:<\/strong>&nbsp;Ganz frei von dem beschriebenen Verhalten sind wir pers\u00f6nlich nat\u00fcrlich auch nicht und m\u00fcssen uns tagt\u00e4glich an die eigene Nase fassen. So \u00fcberlegen wir uns in Zukunft gut, welche Urlaubs- oder Freizeitfotos wir mit wem teilen wollen und welche nicht. Auch ein sorgsamer Umgang mit dem Smartphone, eine m\u00f6glichst lange Nutzung der elektronischen Ger\u00e4te, das Recyceln alter Handys und Smartphones, ein bewusster Umgang beim Versenden elektronischer Sprach- und Bildnachrichten sowie eine kritische Selbstreflexion des Streamens ist in Zeiten des bereits merkbar einsetzenden Klimawandels notwendiger denn je.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und, ganz wichtig:<\/strong> der <a href=\"https:\/\/www.strato.de\/ueber-uns\/#klimaschutz\">Server<\/a>, auf dem unserer Blog l\u00e4uft, wird mit 100 Prozent gr\u00fcnem Strom betrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Betrachtung des pers\u00f6nlichen CO2-Fu\u00dfabdrucks sticht der hohe Anteil des Konsums ins Auge, da dieser durchschnittlich mit mehr als 4 t CO2&nbsp;im Jahr zu Buche schl\u00e4gt. Einen signifikanten Anteil hat dabei die Nutzung des Internets. 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