{"id":2023,"date":"2019-10-20T17:39:00","date_gmt":"2019-10-20T17:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=2023"},"modified":"2019-12-08T15:28:48","modified_gmt":"2019-12-08T15:28:48","slug":"umweltschaedliche-subventionen-teil-2-der-energiesektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=2023","title":{"rendered":"Umweltsch\u00e4dliche Subventionen Teil 2: Der Energiesektor"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach Definition des <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf\">Umweltbundesamtes<\/a> sind umweltsch\u00e4dliche Subventionen solche finanziellen Beihilfen oder steuerliche Verg\u00fcnstigungen, die ein Verhalten beg\u00fcnstigen, die Umweltsch\u00e4den nach sich ziehen. In einem ersten <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1818\">Beitrag<\/a>&nbsp;haben berichtet, wie hoch diese F\u00f6rderungen im Verkehrsbereich ausfallen. Heute wollen wir die&nbsp;<strong>Energieversorgung&nbsp;<\/strong>betrachten&#8230;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>Energieversorgung in Deutschland<\/strong>&nbsp;beruht in weiten Teilen noch immer auf fossilen und nuklearen Quellen. Endenergien, die wir alle t\u00e4glich in unseren Haushalten nutzen \u2013 also Strom, W\u00e4rme, Brenn- und Kraftstoffe &#8211; werden aus den Prim\u00e4renergietr\u00e4gern gewonnen, die immer noch \u00fcberwiegend Kohle, Erd\u00f6l, Erdgas und Uran darstellen. W\u00e4hrend beim Strom der Anteil regenerativer Energieformen bereits ca. 40% ausmacht, liegt der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/klima-energie\/erneuerbare-energien\/erneuerbare-energien-in-zahlen#textpart-1\">Gesamtanteil<\/a> am Endenergieverbrauch bei nur 17%.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nutzung fossiler und nuklearer Energiequellen zieht&nbsp;<strong>viele Umweltsch\u00e4den<\/strong>&nbsp;nach sich. So kommt es zu langfristigen und irreversiblen Sch\u00e4den in Abbau- und F\u00f6rdergebieten. Dazu geh\u00f6ren u.a. die Zerst\u00f6rung der Landschaft beim Braunkohletagebau, Bodensenkungen und Bergsch\u00e4den beim Abbau unter Tage oder auch der Verlust der Artenvielfalt. Der Transport fossiler Energietr\u00e4ger birgt eine hohe Verschmutzungsgefahr von Boden und Gew\u00e4ssern. Beispielhaft seien hier aufgez\u00e4hlt:&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/opus4.kobv.de\/opus4-bam\/files\/166\/fb285_vt.pdf\">besch\u00e4digte Pipelines<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_bedeutender_\u00d6lunf\u00e4lle\">Havarien von \u00d6ltankern<\/a>, Gasexplosionen oder der Austritt von Brennstoffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger f\u00fcr die Gewinnung von Strom und W\u00e4rme entstehen dar\u00fcber hinaus Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid oder Staub. Diese beeinflussen die menschliche Gesundheit oder sch\u00e4digen Gew\u00e4sser und B\u00f6den. Weiterhin entstehen gro\u00dfe Mengen an Treibhausgasen wie z.B. Methan, welches aus Kohlebergwerken entweicht, oder CO<sub>2<\/sub>&nbsp;bei der Kohleverbrennung \u2013 die <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=464\">Folgen<\/a> auf unser Klima sind hinreichend bekannt. Betrachten wir die Freisetzung von CO<sub>2<\/sub>&nbsp;in Deutschland hinsichtlich ihrer Quellen, zeigt sich, dass im Jahre&nbsp;2016 die Stein- und Braunkohlkraftwerke zusammen alleine 30% der Gesamt-CO<sub>2<\/sub>-Emission&nbsp;in Deutschland ausmachten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"940\" height=\"468\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/CO2_Verursacher_deutschland.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2025\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/CO2_Verursacher_deutschland.png 940w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/CO2_Verursacher_deutschland-300x149.png 300w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/CO2_Verursacher_deutschland-768x382.png 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Abbildung: Anteile der einzelnen Sektoren an der Gesamt-CO<sub>2<\/sub>-Emission, Stand 2016&nbsp;(<a href=\"https:\/\/www.volker-quaschning.de\/artikel\/2019-05_Stellungnahme-Kohleausstieg\/index.php\">Quelle<\/a>).<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich subventioniert der Staat die F\u00f6rderung und Nutzung fossiler Brennstoffe. Heute wollen wir uns auf ein paar Zahlen zur Subvention und Beg\u00fcnstigung der Kohle in Deutschland beschr\u00e4nken, die wir beim <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf\">Bundesumweltamt<\/a> gefunden haben. Angemerkt sei, dass durch diese Subventionen nicht nur die Sch\u00e4digung der Natur staatlich unterst\u00fctzt wird, sondern es auch zu einer Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil der erneuerbaren Energien kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der&nbsp;<strong>Steinkohlebergbau<\/strong>&nbsp;wurde Ende 2018 in Deutschland eingestellt. Dennoch werden auch 2019 noch Subventionen vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen in H\u00f6he von mehr als&nbsp;<strong>1 Mrd. Euro<\/strong>  <a href=\"https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Artikel\/Energie\/kohlepolitik.html\">gezahlt<\/a>. Auch wenn der Steinkohlebergbau nunmehr zu Ende ist, fallen sogenannten Ewigkeitskosten an, die unter gewissen Umst\u00e4nden auch vom Staat zu tragen sind. Der Landtag von Nordrein-Westfahlen sch\u00e4tzt diese&nbsp;<strong>Folgekosten auf 51 Mio. Euro pro Jahr<\/strong>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>Braunkohlewirtschaft<\/strong>&nbsp;erh\u00e4lt keine direkte finanzielle Unterst\u00fctzung in Form von Subventionen durch den Staat, so dass diese nicht im Subventionsbericht der Bundesregierung aufgelistet sind. Dennoch gibt es indirekte Beg\u00fcnstigungen. Beispielsweise verzichtet der Staat in diesem Fall auf die Erhebung der sogenannten F\u00f6rderabgabe f\u00fcr Bodensch\u00e4tze. Au\u00dferdem gibt es eine weitgehende Freistellung von den Wasserentnahmeentgelten. Dadurch erh\u00e4lt die Braunkohlewirtschaft eine verbilligte Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen. Diese Beg\u00fcnstigungen belaufen sich auf eine H\u00f6he von ca.&nbsp;<strong>304 Mio. Euro j\u00e4hrlich<\/strong>. Auch nach der Nutzung eines Braunkohle-Tagebergbaus kommt es durch die Sanierung zu Folgekosten. Diese belaufen sich zwischen 2018 und 2022 auf gesch\u00e4tzt&nbsp;<strong>1,23 Mrd. Euro<\/strong>. Und das sind noch nicht die Kosten, die mit dem Kohleausstieg auf die Allgemeinheit zukommen werden. \u00dcbrigens ist Deutschland auf der Liste der gr\u00f6\u00dften Braunkohle-F\u00f6rderl\u00e4nder weltweit auf <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2018\/12\/28\/billige-kohle-kommt-der-gesundheit-teuer-zu-stehen\">Platz 1.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig von dieser direkten F\u00f6rderung der Kohleindustrie in Deutschland kommt es durch die Verunreinigung der Natur durch beispielsweise Luftschadstoffe zu <strong>Folgekosten<\/strong>, die in den oben genannten Zahlen nicht mit abgebildet sind. Diese Kosten finden sich beispielsweise im <strong>Gesundheitssektor<\/strong> wieder. Durch das Verbrennen fossiler Energiequellen kommt es zum einen zur erh\u00f6hten <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/171207_uba_hg_braunsteinkohle_bf.pdf\">Feinstaubbelastung<\/a>, was z.B. die Atemwege belastet, und zum anderen zur Freisetzung von Schwermetallen, die \u00fcber die Nahrungskette letztlich in unserem K\u00f6rper landen.&nbsp;Die Allgemeinheit zahlt diese Kosten versteckt durch die Zahlungen an die Krankenkasse mit.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Definition des Umweltbundesamtes sind umweltsch\u00e4dliche Subventionen solche finanziellen Beihilfen oder steuerliche Verg\u00fcnstigungen, die ein Verhalten beg\u00fcnstigen, die Umweltsch\u00e4den nach sich ziehen. In einem ersten Beitrag&nbsp;haben berichtet, wie hoch diese F\u00f6rderungen im Verkehrsbereich ausfallen. 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