{"id":3071,"date":"2020-05-20T17:53:36","date_gmt":"2020-05-20T17:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=3071"},"modified":"2020-12-06T20:15:28","modified_gmt":"2020-12-06T20:15:28","slug":"online-shopping-mit-einem-klick-bequem-zu-uns-nach-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=3071","title":{"rendered":"Online Shopping: Mit einem Klick bequem zu uns nach Hause"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute m\u00f6chten wir uns dem <strong>Online Handel<\/strong> widmen, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut &#8211; und das nicht nur w\u00e4hrend der Coronakrise. Es handelt sich um einen langfristigen Trend. Bequem am Abend auf dem Sofa sitzend werden das T-Shirt, die Hose, die Schuhe oder auch mal das Handy ausgesucht. Und &#8211; wenn uns etwas gef\u00e4llt &#8211; dr\u00fccken wir einfach nur auf \u201ebestellen\u201c und innerhalb weniger Tage liegt das hei\u00df ersehnte Produkt bei uns Zuhause. Und wenn es uns nicht gef\u00e4llt, dann schicken wir es einfach wieder zur\u00fcck und bestellen etwas anderes. Prima! &#8211; Oder etwa doch nicht? <strong>Welcher \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck steht eigentlich hinter diesem Prozedere?<\/strong> Im Folgenden mehr dazu&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck einer Online Bestellung wurde vom <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/WP-Konsum-Digitalisierung.pdf \">\u00d6ko-Institut<\/a> am Beispiel von Schuhen berechnet. Verglichen wurde dabei die Online Bestellung mit und ohne Retour einerseits und der Einkauf im lokalen Handel andererseits. Ber\u00fccksichtigt wurde dabei auch das Transportmittel zum Einkauf &#8211; Pkw, \u00d6PNV oder Rad (bzw. zu Fu\u00df).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"432\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Schuhkauf-1024x432.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3072\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Schuhkauf-1024x432.png 1024w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Schuhkauf-300x127.png 300w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Schuhkauf-768x324.png 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Widmen wir uns zun\u00e4chst den&nbsp;<strong>CO<sub>2<\/sub>-Emissionen<\/strong>. Kaufen wir die Schuhe im online Handel, dann kommen wir auf etwa 660 g CO<sub>2<\/sub>, die pro Paar freigesetzt werden. Der Einkauf im lokalen Handel erzeugt demgegen\u00fcber 1270 bis 3270 g CO<sub>2<\/sub>, je nachdem, mit welchem Transportmittel wir zum Gesch\u00e4ft fahren. Angenommen wurde hier eine Wegstrecke von 10 km f\u00fcr den Einkauf (Hin- und R\u00fcckweg). Somit kommt der online Kauf auf den ersten Blick von der CO<sub>2<\/sub>-Bilanz deutlich besser weg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich liegt der Teufel jedoch im Detail. Schicken wir zum Beispiel die online bestellten Schuhe zur\u00fcck, weil sie uns nicht passen oder gefallen, dann hat diese online Bestellung bereits 1030 g CO<sub>2<\/sub>&nbsp;erzeugt. Wohlgemerkt, ohne dass wir neue Schuhe besitzen! Bestellen wir dann in der zweiten Runde solche, die uns passen, kommen wir insgesamt also schon auf 1690 g CO<sub>2<\/sub>. Somit verschlechtern vor allem diese&nbsp;<strong>Retouren<\/strong> die \u00d6kobilanz des Online Handels. Dann gibt es ja auch ganz Schlaue, die einfach mehrere Paare bestellen und dann die, die sie nicht haben wollen, einfach wieder zur\u00fcckschicken. Diese Rechnung sparen wir uns an dieser Stelle, aber es sollte klar sein, dass sich die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz schwer sch\u00f6n rechnen l\u00e4sst. Bei Textilien beispielsweise liegt der Retouranteil im Online Handel bei etwa 50-70%. Ein weiteres Problem hierbei ist, dass diese so genannte \u201eB-Ware\u201c h\u00e4ufig \u2013 auch wenn sie noch intakt ist \u2013 meist nicht wiederverkauft, sondern der Einfachheit halber vernichtet wird. Das dies mit einem gro\u00dfen&nbsp;<strong>Ressourcenverbrauch<\/strong>&nbsp;verbunden ist, leuchtet schnell ein. Wenn wir dagegen im lokalen Handel einkaufen, tauschen wir auch deutlich weniger Produkte um, da wir das Produkt beim Kauf sehen und f\u00fchlen und unsere Kleidungst\u00fccke oder Schuhe sofort ausprobieren k\u00f6nnen. Das f\u00fchrt zu deutlich niedrigeren Retouren und geringerem Ressourcenverbrauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen wir an dieser Stelle auch, dass wir trotz Online Bestellung ja nicht nur daheimsitzen und auf die Lieferung warten. Wir sind ja trotzdem unterwegs \u2013 und das meist mit dem Auto. Verkn\u00fcpft man den Schuheinkauf in der Stadt nun mit anderen T\u00e4tigkeiten, dann wird die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz des Schuhkaufs im lokalen Handel schnell besser. Die Emissionen, die f\u00fcr die Fahrt in die Stadt angefallen sind, verteilen sich jetzt auf verschiedene T\u00e4tigkeiten oder Produkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch im&nbsp;<strong>klassischen Handel<\/strong>&nbsp;h\u00e4ngt die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz von verschiedenen Dingen wie der Ladenausstattung ab. Je nobler das Gesch\u00e4ft, um so schlechter wird meist die Bilanz. Hier spielen z.B. die Beleuchtung und das Heizen des Ladens eine Rolle, oder wie viel Ware pro Quadratmeter vorgehalten wird. Kauft man in L\u00e4den ein, die wenig Produkte anbieten und \/ oder 24 Stunden hipp beleuchtet sind, dann wird auch der Einkauf beim lokalen H\u00e4ndler schlechter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Online Bestellung m\u00fcssen wir auch den&nbsp;<strong>sozio-\u00f6konomischen Aspekt<\/strong>&nbsp;im Blick haben. Schlechte Arbeitsbedingungen von Fahrern und Lageristen sind leider keine Ausnahme. Und, dass durch den zunehmenden Online Handel unserer Innenst\u00e4dte ver\u00f6den und damit lokal Arbeitspl\u00e4tze verschwinden, ist auch l\u00e4ngst bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir zuletzt noch auf den&nbsp;<strong>Verpackungsm\u00fcll<\/strong>&nbsp;zu sprechen. Im Jahr 2015 entstanden alleine durch den Paketversand&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.quarks.de\/umwelt\/online-shopping-klimafreundlicher-als-einkauf-im-geschaeft\/\">1,5 Millionen Tonnen Verpackungsmaterial<\/a><\/strong>. Und genau dieses Verpackungsmaterial k\u00f6nnen wir gr\u00f6\u00dftenteils sparen, wenn wir vor Ort im Gesch\u00e4ft einkaufen. Nat\u00fcrlich kann man hier argumentieren, dass es sich bei dem Verpackungsmaterial meist um Papier oder Pappe handelt, was gut recycelbar ist. Das stimmt zwar, aber Papierrecycling braucht eben auch Energie und Wasser. Und in Deutschland verbrauchen wir etwa 250 kg Papier pro Person im Jahr und damit insgesamt so viel wie Afrika und S\u00fcdamerika <a href=\"https:\/\/www.geo.de\/natur\/nachhaltigkeit\/16635-rtkl-papierkonsum-es-gibt-etwas-besseres-als-papier-zu-recyceln\">in einem Jahr zusammen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit f\u00fcr uns:<\/strong>&nbsp;Wir werden weiterhin &#8211; wenn immer m\u00f6glich &#8211; den lokalen Handel unterst\u00fctzen, da wir auch die pers\u00f6nliche Beratung sehr sch\u00e4tzen. Wenn wir Online Bestellungen vornehmen, achten wir darauf, dass lokale Unternehmen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Details zum Online Handel hier:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/WP-Konsum-Digitalisierung.pdf\">https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/WP-Konsum-Digitalisierung.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chten wir uns dem Online Handel widmen, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut &#8211; und das nicht nur w\u00e4hrend der Coronakrise. Es handelt sich um einen langfristigen Trend. Bequem am Abend auf dem Sofa sitzend werden das T-Shirt, die Hose, die Schuhe oder auch mal das Handy ausgesucht. 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