{"id":464,"date":"2019-02-21T13:06:20","date_gmt":"2019-02-21T13:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/klimaandmore.de\/?p=464"},"modified":"2019-11-25T12:35:22","modified_gmt":"2019-11-25T12:35:22","slug":"einige-gruende-warum-wir-an-der-richtigen-stelle-gas-geben-sollten-die-folgen-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=464","title":{"rendered":"Einige Gr\u00fcnde, warum wir an der richtigen Stelle Gas geben sollten \u2013 die Folgen des Klimawandels"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Folgen2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-465\" width=\"277\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Folgen2-1.png 487w, https:\/\/klimaandmore.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Folgen2-1-300x213.png 300w\" sizes=\"(max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im vorherigen <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=436\">Artikel<\/a> haben wir erl\u00e4utert, dass im vergangenen Jahrhundert die durchschnittliche Temperatur bereits um ca. 1 \u00b0C gestiegen ist. Der Weltklimarat prognostiziert verheerende Folgen, wenn die Erderw\u00e4rmung nicht auf 2 \u00b0C begrenzt wird. Mit unserem momentanen Lebensstil steuern wir laut Sch\u00e4tzungen einer Erderw\u00e4rmung bis 2100 auf \u00fcber 4\u00b0C entgegen \u2013 wenn wir nicht schnell etwas \u00e4ndern. Doch was bedeutet das genau? D\u00fcrfen wir zum Beispiel keine Flugreisen mehr unternehmen, uns f\u00fcr unsere harte Arbeit nicht mehr belohnen? D\u00fcrfen wir unseren Kindern nichts mehr von dieser Welt zeigen, ihnen &#8222;nichts mehr&#8220; bieten? Um uns dar\u00fcber klar zu werden, haben wir uns zun\u00e4chst \u00fcber die Folgen des Klimawandels genauer informiert&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bereits weit fortgeschritten ist das durch die Erderw\u00e4rmung ausgel\u00f6ste Abschmelzen der&nbsp;<strong>Gebirgsgletscher<\/strong>. Da dies eine der ersten Folgen des Klimawandels darstellt, sprechen Experten auch vom sogenannten \u201eFr\u00fchwarnsystem\u201c, das wir sehr ernst nehmen sollten. Gletscher speisen aus ihrem Wasserspeicher durch ihr ganzj\u00e4hriges Schmelzwasser Wasser in unsere Fl\u00fcsse ein. Damit dienen die Gletscher der Wasserversorgung f\u00fcr Mensch und Natur. Die Folgen durch einen vollst\u00e4ndigen Verlust der Gletscher wird die Austrocknung vieler Fl\u00fcsse bedeuten, was einen dramatischen Wassermangel f\u00fcr Millionen von Menschen nach sich ziehen w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Erderw\u00e4rmung kommt es auch zum Abschmelzen der beiden&nbsp;<strong>kontinentalen Eismassen<\/strong> in Gr\u00f6nland und der Antarktis. Ohne globale Erw\u00e4rmung besteht hier normalerweise ein Gleichgewicht zwischen Schneef\u00e4llen im zentralen Bereich und Abtauen an den Randbereichen. Aktuelle <a href=\"https:\/\/climate.nasa.gov\/vital-signs\/ice-sheets\/\">Messungen<\/a> haben allerdings ergeben, dass alleine das Gr\u00f6nlandeis pro Jahr fast 300 Milliarden Tonnen Eis verliert. In der Antarktis l\u00f6st sich immer wieder ein Teil des Eises ab, der dann im warmen Ozeanwasser schmilzt. Am Nordpol hingegen schwimmt eine mehrere Meter dicke Eisschicht auf dem Wasser. Die maximale Fl\u00e4che dieses Eises hat sich \u00fcber einen Zeitraum von 40 Jahren fast halbiert, wie uns entsprechende <a href=\"https:\/\/climate.nasa.gov\/vital-signs\/arctic-sea-ice\/\">Satellitenaufnahmen<\/a> zeigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum ist das Abschmelzen der Eiskappen oder auch der Gletscher so folgenreich? In der Folge des Abtauens dieser Eismassen kommt es zu einem Anstieg des&nbsp;<strong>Meeresspiegels<\/strong>. Seit dem 19. Jahrhundert ist dieser bereits jetzt um ca. 20 cm gestiegen (<a href=\"https:\/\/climate.nasa.gov\/vital-signs\/sea-level\/\">https:\/\/climate.nasa.gov\/vital-signs\/sea-level\/<\/a>). Aktuell steigt der Meeresspiegel um ca. 3 mm pro Jahr. Das klingt wenig. Experten sch\u00e4tzen jedoch eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs, so dass sich der Anstieg bis 2100 im schlechtesten Fall auf bis zu <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0277379113004381\">120<\/a> cm belaufen k\u00f6nnte. Tiefer gelegene Landstriche drohen \u00fcberflutet zu werden, in Europa beispielsweise Teile der Niederlande, in den USA St\u00e4dte wie New York, Miami oder Boston oder in Indien die Stadt <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/nclimate2923.epdf?referrer_access_token=j6o7wI368FjGoQPTsW1ihtRgN0jAjWel9jnR3ZoTv0P7bBCydl3XkC-iEMeXdnEdZyapaEsweyzuEOIDhjyT2CqJ05KJa-WQnZVp2kIxcVSQpHcBIQtD4eeaYtLgNgdUZK4bsnA_DqRCBESU0V0SymUurx4cXgmz_X5qZw13RQmlgHYMY-orWuMwBmYcfiHADaaRKJEWKwO3Rh3BduX8KM3EpkaYH2xuiR-G2XdKdfQBx2DyJk5x_10JD9jHYTQeq5CZLFStwzDILf2JIsET4FSChA9nwsMdF9JPyhBcJP4%3D&amp;tracking_referrer=www.spiegel.de\">Bangladesch<\/a>. Auch flache Inselstaaten wie die Malediven sind massiv bedroht. Das Abschmelzen der Gletscher bewirkt auch eine weitere Versch\u00e4rfung der Erderw\u00e4rmung. Sonnenstrahlung wird nicht mehr reflektiert, sondern f\u00fchrt zur weiteren Aufheizung der Erdoberfl\u00e4che. Wir sind darauf bereits im <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=408\">Bericht<\/a> \u00fcber den Treibhauseffekt eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Folge des Klimawandels ist offensichtlich. Der Anstieg der mittleren Temperatur auf der Erde f\u00fchrt vermehrt zu&nbsp;<strong>D\u00fcrren<\/strong>, ausgel\u00f6st durch extreme Hitzewellen. Einen kleinen Vorgeschmack haben uns in Europa beispielweise schon die Sommer in den Jahren 2003 oder 2018 gegeben. Im Laufe dieser Sommer ist es vermehrt zu Hitzetoten durch beispielsweise Herz-Kreislauf-Probleme gekommen. Im hei\u00dfen Sommer 2003 geht man von 70.000 fr\u00fchzeitig <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1631069107003770\">Verstorbenen in Europa<\/a> aus. Die D\u00fcrrefolgen sind auch enorme Einbu\u00dfen in der Ernte, so dass die Versorgung der Menschen in vielen Bereichen der Erde mit ausreichend Lebensmitteln nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden kann. Zudem kann es zu Mangel an Trinkwasser kommen, in manchen Regionen hat es schon lange nicht mehr geregnet, Seen trocknen aus. In Deutschland verloren im Sommer 2018 viele Seen wie der Bodensee als auch eine Vielzahl an Fl\u00fcssen massiv an Wasser, so dass Schiffe nicht mehr fahren konnten. Durch die Hitze und damit einhergehende D\u00fcrre ist die Gefahr von gro\u00dffl\u00e4chigen<strong>&nbsp;Waldbr\u00e4nden<\/strong> um ein Vielfaches h\u00f6her. Beispiele der j\u00fcngsten Vergangenheit waren die Br\u00e4nde in Griechenland und Kalifornien im Jahr 2018, die aufgrund ihres Ausma\u00dfes besonders auff\u00e4llig waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Erw\u00e4rmung kann es zur Ausbreitung von Insekten kommen, die&nbsp;<strong>Infektionskrankheiten<\/strong> wie Malaria oder auch das Dengue-Fieber \u00fcbertragen. Zudem ist unser gesamtes&nbsp;<strong>\u00d6kosystem<\/strong> \u2013 die Tier- und Pflanzenwelt \u2013 massiv bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00fcrreperioden und damit einhergehende Hungerperioden k\u00f6nnen ein Grund f\u00fcr das Ausbrechen&nbsp;<strong>gewaltt\u00e4tiger Konflikte<\/strong> sein. H\u00e4ufig diskutiert wird die Frage, ob der B\u00fcrgerkrieg in Syrien 2011 in Folge einer D\u00fcrreperiode ausgebrochen ist. Die Ursachen sind hier sicher vielf\u00e4ltiger, aber eine schlechte Versorgungslage der Bev\u00f6lkerung kann andere Probleme in einem Land leicht verst\u00e4rken. In der Folge des Syrienkonflikts ist es dann 2015 zu einem massiven Fl\u00fcchtlingsstrom in Richtung Europa gekommen ist. Mit solchen Ereignissen und damit einhergehenden Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6men werden wir in Zukunft \u00f6fter zu rechnen haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da sich nicht nur die Landfl\u00e4chen aufheizen, sondern auch die Oberfl\u00e4chentemperatur des Meeres aufheizt und warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, wird es vermehrt zu&nbsp;<strong>Starkregen<\/strong> im Sommer und massiven Schneef\u00e4llen im Winter kommen. Die Gefahr von \u00dcberschwemmungen wird steigen. In den USA werden die&nbsp;<strong>Hurrikane<\/strong> und <strong>Tornados<\/strong> h\u00e4ufiger auftreten und st\u00e4rker ausfallen. Ein Trend, der sich \u00fcbrigens schon jetzt nachweisen l\u00e4sst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sind nur einige Folgen des Klimawandels \u2013 auf andere k\u00f6nnen wir hier aus Platzgr\u00fcnden nicht eingehen. Vielleicht kommen wir zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nochmal darauf zur\u00fcck \u2013 insbesondere die <a href=\"https:\/\/klimaandmore.de\/?p=1099\">Kipp-Punkte<\/a> des Klimawandels m\u00f6chten wir noch erl\u00e4utern, die die oben aufgef\u00fchrten Probleme noch verst\u00e4rken k\u00f6nnen. Ein abschlie\u00dfender Punkt ist uns an dieser Stelle sehr wichtig. H\u00e4ufig wird argumentiert, dass Klimaschutzma\u00dfnahmen zur Vermeidung des Klimawandels und des Temperaturanstiegs teuer seien oder unser Wirtschaftswachstum gef\u00e4hrdet sei. Aus den obigen Aufz\u00e4hlungen ergibt sich aber auch, dass die Folgen des Klimawandels unter Umst\u00e4nden noch viel teurer sein werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem wird klar, dass wir unseren Nachkommen ein schweres Erbe hinterlassen, wenn wir nicht alle Kraft daransetzen, die Treibhausemissionen und die damit einhergehende Erderw\u00e4rmung zeitnah zu begrenzen. Wir pers\u00f6nlich wollen nicht mehr l\u00e4nger warten, bis \u201eAndere\u201c etwas machen, wir versuchen selbst einen kleinen Beitrag zu leisten \u2013 und wenn es der Verzicht auf die eine oder andere Flugreise oder mehr&nbsp;darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vorherigen Artikel haben wir erl\u00e4utert, dass im vergangenen Jahrhundert die durchschnittliche Temperatur bereits um ca. 1 \u00b0C gestiegen ist. Der Weltklimarat prognostiziert verheerende Folgen, wenn die Erderw\u00e4rmung nicht auf 2 \u00b0C begrenzt wird. 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