Die Dienstreise: Einfluss des Transportmittels auf das Klima

Heute wollen wir analysieren, wie sich Dienstreisen auf das Klima auswirken. Als Beispiel dient hier eine Dienstreise von Ulm nach Berlin


Bekanntlich gilt ja besonders bei Dienstreisen: Zeit ist Geld. Das vermeintlich schnellste Transportmittel stellt hier das Flugzeug dar und am selben Tag von Ulm nach Berlin und zurück zu kommen, ist ja auch recht attraktiv. Rechnen wir doch mal für diese Option den CO2-Fussabdruck durch. Zunächst fahren wir mit dem Auto sehr früh morgens nach Stuttgart zum Flughafen. Wir rechnen das Ganze wieder mit einem Mittelklassewagen durch. Für diese Strecke von ca. 170 km (hin und zurück) dürfen wir 0,03 t COberechnen. Der Flug von Stuttgart nach Berlin machen 0,27 t CO2 aus. Je nachdem, ob wir mit Kollegen/innen reisen, müssen wir die CO2-Emission des Flugs mit der Anzahl an Personen multiplizieren, die der Autofahrt ist von der Personenanzahl unabhängig. Für eine Person kommen wir auf 0,3 t CO2 pro Reise. Wie lange dauert nun die Reise? Für die Fahrt mit dem Auto zum Flughafen, Auto parken und zum Flughafengebäude laufen brauchen wir ca. 1 bis 1,5 Stunden, wenn wir vor der morgendlich Rush Hour auf den Straßen durchkommen. Durch die Sicherheitskontrolle im morgendlichen Betrieb zum Gate und für das Boarding nochmal eine Stunde. Der Flug braucht eine Stunde, aus dem Flugzeug zum Taxistand und dann noch mit dem Taxi vom Flughafen Berlin-Tegel in die Innenstadt, nochmal mindestens 30 Minuten. Macht insgesamt für die Anreise zu unserem Geschäftstermin gut 4 Stunden. Später am Nachmittag oder Abend das gleiche zurück, macht 7-8 Stunden Reisezeit. Ein Arbeiten während der Reise ist nur bedingt möglich. 

Wie stellt sich diese Rechnung nun dar, entscheiden wir uns für das Auto als Transportmittel? Die Strecke beträgt ca. 1250 km, um von Ulm nach Berlin und zurück zu kommen. Für den Mittelklassewagen macht das 0,24 t COpro Reise, vernachlässigbar, ob man alleine fährt oder das Auto voll besetzt. Wie lange brauchen wir? In Abhängigkeit vom Verkehr vielleicht 6 Stunden pro Strecke. Das Arbeiten im Auto ist natürlich (fast) nicht möglich. An einem Tag nach Berlin und zurück zu reisen ist kaum möglich, so dass wir eine Übernachtung einplanen müssen.

Zu guter Letzt rechnen wir die CO2-Emission für eine Reise mit dem Zug. Hier sagt uns die Bahn, dass wir für diese Fahrt, natürlich hin und zurück, pro Person 0,011 t COpro Reise  veranschlagen müssen, entsprechend mehr, wenn wir zu mehreren Personen reisen. Aufgrund der sehr guten Verbindung zwischen Ulm und Berlin müssen wir nicht umsteigen. So können wir bei einer Reisezeit von 6:40 Stunden ca. sechs Stunden am Stück sehr komfortabel arbeiten. Auch in diesem Fall müssen wir eine Übernachtung einplanen.

Betrachten wir nun den CO2-Ausstoß im Vergleich: Wenn wir alleine reisen, ist die Bilanz für die Reise im Flugzeug fast 30x, die Fahrt mit dem Auto um den Faktor 20 schlechter als die Bahnreise. Bei Mitnahme mehrere Personen wird die Bilanz für das Auto besser, aber ist immer signifikant schlechter im Vergleich zur Zugreise.  

Zusammenfassend zeigt sich also, dass die Wahl des Flugzeugs mit Abstand das umweltschädlichste Transportmittel darstellt. Wir für uns haben ganz klar beschlossen, dass wir für unsere innerdeutschen Dienstreisen in jedem Fall die Bahn nutzen. Bisher haben wir jedenfalls sehr positive Erfahrungen mit der Bahnnutzung für Dienstreisen in die Schweiz, nach Österreich, Norditalien und Frankreich gemacht. 


Berechnung CO2 Ausstoß Flugreisen:

https://www.atmosfair.de/de/

Berechnung CO2 Ausstoß Autofahrten:

https://lfu.co2-rechner.de/de_DE

Berechnung CO2 Ausstoß Bahnfahrten:

https://www.bahn.de/p/view/index.shtml -> Zugverbindung eingeben und dann rechts unten unter UmweltMobilCheck

Schreibe einen Kommentar