Unser neuer bester Freund, das Pedelec – Teil 1

Wir hatten es schon angedeutet, im Sommer 2018 haben wir uns ein Pedelec gekauft, meist von allen als E-Bike bezeichnet. Zunächst haben wir nur eines gekauft, um auszutesten, ob wir es wirklich nutzen und ob sich ein zweites für uns überhaupt lohnen würde…

Warum überhaupt ein Pedelec? Eigentlich sind wir eher sportliche Menschen (wir laufen auch mal gerne einen Halbmarathon – bis vor kurzem sogar noch mit den Kindern im Sportkinderwagen) und es stellt sich natürlich die Frage, warum wir nicht einfach öfter das normale Rad einsetzen. Auf der anderen Seite sind wir aber sehr eingespannt, da wir beide Vollzeit arbeiten und wir natürlich auch noch Zeit mit unseren Kindern verbringen wollen. Und das Pferd nicht zu vergessen. Zudem gibt es in unserer Gegend den einen oder anderen Berg, der einen ins Schwitzen bringt. Irgendwann sind unsere Zeit und Kraft dann doch auch endlich. Dennoch wollten wir unsere Klima- und Umweltziele daran aber nicht scheitern lassen und sahen eine Chance in einem Pedelec, welches zu großen Teilen unser Auto ersetzen sollte…

Der Einkauf: Hierfür erkundigten wir uns im Internet und steuerten (leider zum Teil auch mit dem Auto) einige Geschäfte an. Es wurde schnell klar: wenn wir wirklich Freude am Rad haben möchten, dann wird es mit dem wirklichen Schnäppchen (wir in Schwaben LIEBEN Schnäppchen!) schwierig. Somit überlegten wir: Welche Funktionen muss unser Rad haben? Welche Strecken möchten wir mit dem Rad zurücklegen? Welche Rahmengröße macht Sinn, wenn wir beide damit fahren wollen? Macht eine Kette Sinn oder ein Riemen? Alles in allem wurde schnell klar, dass wir schon einen gewissen Betrag hinlegen müssen, um am Ende mehr Freude als Ärger mit dem Rad zu haben. Am Ende entschieden wir uns für ein Mittelklasse-Rad zu einem Preis von 2.500 Euro (heruntergesetzter Preis) inklusive eines sehr guten Schlosses. Der Akku ist im Rahmen eingebaut und dennoch leicht abnehmbar für den Fall des Parkens auf einem öffentlichen Platz. Von der Rahmengröße her wählten wir so, das für uns beide gut funktioniert. Tipp: Inzwischen gibt es auch viele gebrauchte Pedelecs auf dem Markt. Informiert Euch doch einfach mal. Hier ein paar Tipps dazu.

Die Vorab-Rechnung: Vor dem finalen Kauf haben wir uns natürlich noch Gedanken gemacht, ob sich das auch „rechnet“, wie man so schön sagt. Jeden nicht gefahrenen Autokilometer haben wir hierzu mit 35 Cent angesetzt. Um diese Zahl zu erhalten, haben wir die Kosten unseres Autos in den letzten Jahren zusammenaddiert und dann durch die Anzahl der gefahrenen Kilometer geteilt. Da unsere Erfassung der Kosten sicher nicht vollständig war, liegt der wahre Betrag pro Kilometer tatsächlich noch darüber. Dann haben wir überlegt, wie viele Kilometer wir denn mit dem Auto weniger fahren würden, wenn wir für unsere 5-10 km-Wegstrecken ohne Kinder (zur Arbeit, in die Stadt, zum Sport…) das Pedelec nehmen würden. Die Parkgebühren an unserem Arbeitsplatz belaufen sich auf einen Euro pro Tag, die in der Stadt sind ungleich höher. So kamen wir darauf, dass wir den Kaufpreis des Pedelecs vermutlich nach ca. 4.800-5.000 Radkilometer und den Parkgebühren (bei der Arbeit / in der Stadt) innerhalb von zwei Jahren wieder eingespart haben sollten. 

Die Ökobilanz: Aber wie stellt sich eigentlich die Ökobilanz eines Pedelecs im Vergleich zu einem Auto dar? Hierzu gibt es eine wunderbare Aufarbeitung des Umweltbundesamts zu Einsatzmöglichkeiten, Energieverbrauch, CO2 Ausstoß, Belastung der Luftqualität, Flächenverbrauch, Geräusch, Umweltwirkungen des Akkus sowie dem Recycling. An dieser Stelle einige wenige Zahlen basierend auf Daten aus den Jahren 2010/11, alle auf 100 km berechnet: Der CO2 Ausstoß beträgt für ein durchschnittliches Auto 20 kg, demgegenüber für ein Pedelec 0,5 kg. Der Stickoxidausstoß beträgt bei einem Diesel 69 g, bei einem Benziner 30 g, bei einem Pedelec 0,5 g. Die Energiekosten wurden für einen Diesel auf 9,4 Euro, einen Benziner auf 12 Euro und einem Pedelec auf 0,25 Euro berechnet. Die Herstellung eines Akkus für ein Pedelec emittiert ungefähr 22-30 kg Treibhausgase, so dass bereits nach 100-150 zurückgelegten Kilometern mit dem Rad (anstelle des Autos!) der Treibhausgasausstoß ausgeglichen ist.

Alles in allem war dies also Grund genug für uns, das Pedelec zu kaufen. 

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